Keine baldige Lohnerhöhung in Kuba

Raúl Castro verweist auf weltweite Krise (neues Deutschland) Die Kubaner können auch unter dem neuen Präsidenten Raúl Castro nicht damit rechnen, dass sich ihre wirtschaftliche Lage rasch verbessert.
Havanna (dpa/ND). Castro sagte am Freitag (Ortszeit) in der ersten ordentlichen Sitzung der Nationalversammlung seiner Amtszeit, eine baldige Erhöhung von Löhnen und Gehältern sei nicht zu erwarten. Der Bruder und Nachfolger des Revolutionsführers Fidel Castro machte die weltweit steigenden Energie- und Lebensmittelpreise dafür verantwortlich, dass Kuba die notwendigen Mittel dafür nicht aufbringen könne. Die Regierung sei aber dabei, das Problem der Gehälter zu untersuchen.
Der durchschnittliche Monatsverdienst liegt in Kuba bei umgerechnet 17 Dollar.

Castro hatte vor wenigen Monaten Maßnahmen zur Verbesserung des Alltags der Menschen angekündigt. Am Freitag machte er seinen Landsleuten aber wenig Hoffnung auf eine rasche Besserung der Lage. Über die ersehnte Erhöhung der Bezüge sagte er in seiner Ansprache zum Abschluss der Sitzung: »Die Lösung dieses Problems hängt von der wirtschaftlichen Lage des Landes ab, die unvermeidlich mit der Krise in der Welt verbunden ist, und die sich noch verschärfen kann.« Er kündigte an, dass bald die Verteilung von Land an diejenigen beginnen solle, die es auch bearbeiten wollten. Vor allem von dieser Reform im sozialistischen Kuba verspricht sich die Regierung eine Wiederbelebung der eigenen landwirtschaftlichen Produktion.

Erst vor wenigen Tagen hatte Castro darauf verwiesen, dass in der Wirtschaft »einige Justierungen und unvermeidliche Einschränkungen« nötig seien, die durch die steigende Preisspirale bei den Lebensmitteln und Brennstoffen verursacht würden.

Das Parlament war am Freitag zusammengekommen, um unter anderem über die sich zuspitzende Wirtschaftslage angesichts steigender Energiekosten auf der Karibikinsel zu beraten. Kuba erhält zwar große Mengen Öl aus Venezuela zu günstigen Konditionen, muss aber einen großen Teil der immer teurer werdenden Grundnahrungsmittel importieren.

Die »Nationalversammlung der Volksmacht« war im Januar gewählt worden und hatte Ende Februar dieses Jahres Raúl Castro zum Präsidenten Kubas bestimmt. Dieser hatte bereits seit Mitte 2006 stellvertretend für seinen erkrankten älteren Bruder Fidel Castro das Land regiert.

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Autor: Gigs Buchinger

Liedermacher- und Sänger Kulturarbeiter Soli Arbeiter

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