Spur der Verwüstung

Sieben Tote und Milliardenschäden nach Durchzug von Hurrikans in Kuba (Santiago Baez in Junge Welt am 15.9.08; www.jungewelt.de)

Sieben Tote, mehr als eine halbe Million beschädigte Häuser, ein Gesamtschaden von etwa zehn Milliarden US-Dollar: Die beiden Wirbelstürme »Gustav« und »Ike«, die innerhalb von zehn Tagen Kuba heimgesucht haben, hinterließen eine Spur der Verwüstung. Vor allem in Holguín, Pinar del Río, Las Tunas, Camagüey und auf der Isla de la Juventud (Insel der Jugend) verursachten Wind und heftige Regenfälle schwere Zerstörungen.

In der Fernsehsendung »Mesa Redonda« (Runder Tisch), in der das kubanische Fernsehen täglich die Berichte über die Schäden und die Aufräumarbeiten zusammenfaßt, informierte Ana Isa Delgado, Präsidentin des Verteidigungsrates der von »Ike« schwer betroffenen Isla de la Juventud, daß bis Sonnabend bereits 77 Prozent der Stromversorgung wieder hergestellt werden konnten. Am heutigen Montag soll auch dort – wie in ganz Kuba – der Schulunterricht nach den Sommerferien wieder beginnen.

In der Jugendzeitung Juventud Rebelde zieht die nationale Zentrale des kubanischen Zivilschutzes Bilanz. 2,5 Millionen Menschen seien vor den Stürmen in Sicherheit gebracht worden, ohne daß es dabei zu Unfällen gekommen wäre. Detailliert informiert der Zivilschutz über die Umstände, unter denen die sieben Todesopfer ums Leben gekommen sind und kommt zu der Schlußfolgerung, daß auch diese Todesopfer zu vermeiden gewesen wären, wenn sich die Betroffenen an die Anweisungen des Zivilschutzes gehalten hätten.

Derweil treffen immer mehr Hilfsgüter in Kuba ein. Ecuador übernahm die Kosten für Hilfssendungen des Welternährungsprogramms der UNO, darunter neun Tonnen Dosenfisch und 45 Tonnen mit Proteinen angereicherte Kekse. Mexiko bot der kubanischen Regierung Hilfe für den Wiederaufbau der eingestürzten oder beschädigten Wohnhäuser an. Die Arbeiter des indischen Medizinproduzenten Biocon, der mit kubanischen Einrichtungen bei der Produktion von Impfstoffen zusammenarbeitet, beschlossen, einen Tageslohn für die Opfer der Wirbelstürme zu spenden. Auch in zahlreichen Ländern Lateinamerikas, so in Venezuela und Ecuador, liefen Solidaritätskampagnen an.

Eine Ausnahme stellt erneut die Regierung in Washington dar. Wie Prensa Latina berichtet, fordern die US-Behörden als Voraussetzung für Hilfeleistungen oder auch nur eine Lockerung der Blockade, daß eine Gruppe von Inspektoren Kuba besuchen und die von den Wirbelstürmen angerichteten Schäden bestätigen soll. US-Außenministerin Condoleezza Rice sagte hingegen, es sei momentan »nicht weise«, auch nur einzelne Handelsverbote gegen die Insel aufzuheben.

Auch die Regierungen Europas ließen Kuba im Stich, bisher auch die österreichische Bundesregierung.

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Autor: Gigs Buchinger

Liedermacher- und Sänger Kulturarbeiter Soli Arbeiter

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