Insgesamt sieben Tote durch Hurricane in Kuba

(www.redglobe.de) Sieben Tote, mehr als eine halbe Million beschädigte Häuser, ein Gesamtschaden von etwa zehn Milliarden US-Dollar: Die beiden Wirbelstürme „Gustav“ und „Ike“, die innerhalb von zehn Tagen Kuba heimgesucht haben, hinterliessen eine Spur der Verwüstung. Vor allem in Holguín, Pinar del Río, Las Tunas, Camagüey und auf der Isla de la Juventud (Insel der Jugend) verursachten Wind und heftige Regenfälle schwere Zerstörungen. Trotzdem haben im ganzen Land die Aufräumarbeiten begonnen.

In der Fernsehsendung „Mesa Redonda“ (Runder Tisch), in der das kubanische Fernsehen täglich die Berichte über die Schäden und die Aufräumarbeiten zusammenfasst, informierte Ana Isa Delgado, Präsidentin des Verteidigungsrates der von „Ike“ schwer betroffenen Isla de la Juventud, dass bis Sonnabend bereits 77 Prozent der Stromversorgung wieder hergestellt werden konnten. Am Montag soll auch dort – wie in ganz Kuba – der Schulunterricht nach den Sommerferien wieder beginnen. Das Bildungsministerium in Havanna rief die Lehrer, Eltern, Schüler und lokalen Behörden dazu auf, Ersatzräume zu finden, wenn die Schulgebäude durch die Stürme zu stark beschädigt sein sollten. Ziel müsse es sein, dass so viele Schülerinnen und Schüler wie nur möglich sofort wieder mit dem Unterricht beginnen können, heisst es in der von der Jugendzeitung „Juventud Rebelde“ veröffentlichten Erklärung des Ministeriums.

In der selben Zeitung zieht auch die nationale Zentrale des kubanischen Zivilschutzes Bilanz. 2,5 Millionen Menschen seien mit mehr als 10.000 Transportmitteln vor den Stürmen in Sicherheit gebracht worden, ohne dass es dabei zu Unfällen gekommen wäre. Detailliert informiert der Zivilschutz über die Umstände, unter denen die sieben Todesopfer ums Leben gekommen sind und kommt zu der Schlußfolgerung, dass auch diese Todesopfer zu vermeiden gewesen wären, wenn sich die Betroffenen an die Anweisungen des Zivilschutzes gehalten hätten. So habe der 35-jährige Pascual Villafaña Rivera aus Camagüey inmitten des Sturms das Haus eines Familienangehörigen verlassen, in dem er sicher gewesen wäre, und sich auf den Weg nach Hause gemacht. Unterwegs sei er von einem umstürzenden Baum erfasst und erschlagen worden. Zu den sieben Todesopfern gehören auch der 76-jährige Pedro Corso Soto und der 35-jährige Ángel Sánchez Cabello, die gemeinsam versucht hatten, ihre Hausantenne in Sicherheit zu bringen und dabei mit dieser die Stromleitung berührten und einen sofort tödlichen Stromschlag erlitten. „Das für seine Effizienz anerkannte System des Zivilschutzes in Kuba garantiert den Schutz der gesamten Bevölkerung und der Wirtschaftsressourcen. Aber die Gründe der hier beschriebenen tragischen Vorfälle beweisen die Notwendigkeit, diszipliniert die Maßnahmen zu befolgen, die der Zivilschutz wiederholt festgelegt hat, um tragische Verluste von Menschenleben und die damit verbundene Trauer der Familien zu vermeiden“, mahnen die kubanischen Behörden.

Zugleich treffen immer mehr Hilfsgüter in Kuba ein. Ecuador übernahm die Kosten für Hilfssendungen des Welternährungsprogramms der UNO, darunter neun Tonnen Dosenfisch und 45 Tonnen mit Proteinen angereicherte Kekse. Mexiko bot der kubanischen Regierung Hilfe für den Wiederaufbau der eingestürzten oder beschädigten Wohnhäuser an. Die Arbeiter des indischen Medizinproduzenten Biocon, der mit kubanischen Einrichtungen bei der Produktion von Impfstoffen zusammenarbeitet, beschlossen, einen Tageslohn für die Opfer der Wirbelstürme zu spenden. Auch in zahlreichen Ländern Lateinamerikas, so in Venezuela und Ecuador, liefen Solidaritätskampagnen an.

Eine Ausnahme stellt mal wieder die Regierung in Washington dar. Wie Prensa Latina berichtet, fordern die US-Behörden als Voraussetzung für Hilfeleistungen oder auch nur eine Lockerung der Blockade, dass eine Gruppe von Inspektoren Kuba besuchen und die von den Wirbelstürmen angerichteten Schäden bestätigen soll. „Aber Kuba hat nie beim mächtigen Nachbarn im Norden um Hilfe gebeten, der die Insel seit 49 Jahren einer beispiellosen Handels-, Wirtschafts- und Finanzblockade unterworfen hat, um den Zusammenbruch der sozialistischen Regierung zu provozieren“, kommentiert die Agentur. Das kubanische Außenministerium habe dem State Department in Washington lediglich vorgeschlagen, durch Privatkredite von nordamerikanischen Privatunternehmen Material aufzukaufen, das für den Neubau von Wohnhäusern und die Wiederherstellung der Stromversorgung benötigt wird. Dabei handele es sich um eine gewöhnliche Handelsoperation, wie sie täglich hunderte und tausende Male weltweit durchgeführt werde, so Prensa Latina. US-Außenministerin Condoleezza Rice sagte hingegen, es sei momentan „nicht weise“, auch nur einzelne Handelsverbote gegen die Insel aufzuheben.

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Autor: Gigs Buchinger

Liedermacher- und Sänger Kulturarbeiter Soli Arbeiter

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