Neues über die Cuban Five

Deisy Francis Mexidor sprach im Auftrag von Prensa Latina mit der Bürgermeisterin von Richmond, Kalifornien, Gayle McLaughlin, die sich gemeinsam mit zwölf weiteren Bürgermeistern aus Kalifornien für die Freiheit der Cuban Five einsetzt.

Die öffentliche Meinung in den USA ist der Schlüssel für die Befreiung
der fünf Kubaner
Von Deisy Francis Mexidor in Prensa Latina, am Dienstag, 23.Februar 2010
Havanna, 23. Februar (PL). Die US-Amerikaner müssen heute die schwerwiegende Ungerechtigkeit zur Kenntnis nehmen, die den Fall der fünf kubanischen Kämpfer gegen den Terrorismus umgibt, was den Schlüssel dafür darstellt, daß Gerechtigkeit geschehe und sie befreit werden können.

So bekräftigte es in Antwort auf einen Fragebogen von Prensa Latina Gayle McLaughlin, die Bürgermeisterin der Stadt Richmond in Kalifornien, und sie fügte hinzu, daß man wichtige politische Fälle in ihrem Land „einzig und allein dann gelöst hat, wenn es eine massive Unterstützung durch die öffentliche Meinung gibt, wie es bei Angela Davis geschah“.

Deshalb urteilt sie „Die Lektion aus der Arbeit innerhalb der weitesten Kreise der nordamerikanischen Bevölkerung ist äußerst wertvoll“ in Augenblicken, in denen eine Verstärkung der Solidarität mit Gerardo Hernández, Ramón Labañino, Antonio Guerrero, Fernando González und René González erforderlich wird.
Von dem Fall erfuhr sie erstmals vom Internationalen Komitee für die Freiheit der Fünf und sie entschloß sich daraufhin, mit anderen Bürgermeistern in Kalifornien Verbindung aufzunehmen.

Sie sprach mit ihnen über die humanitäre Frage der Familienbesuche, insbesondere im Hinblick auf die (Rechts-)Verletzungen, die an zwei der Ehefrauen, Adriana Pérez und Olga Salanueva, begangen werden.
Hieraus entstand die Initiative, „zusammen mit 12 weiteren Bürgermeistern dem damaligen Generalstaatsanwalt Alberto Gonzales einen Brief zu schreiben mit der Bitte um seine Intervention zu Gunsten der Gewährung von Visa an die Familienangehörigen“.

Daneben erinnert sie daran, daß sie im letzten Jahr eine Resolution präsentierte, die „vom Rat der Stadt Richmond einstimmig angenommen worden ist“.
In dem Text forderten sie die Freilassung der Fünf, wie diese Männer in der ganzen Welt bekannt geworden sind, die seit 1998 in den USA eingekerkert sind, wo sie lange und unverhältnismäßige Strafen verbüßen.

Als auf lokalem Level Regierende, besorgt um soziale Gerechtigkeit, signalisierte McLaughlin, daß der Fall sofort ihre Besorgnis und Sympathie erregte.
„Insbesondere“, so erklärt sie, „wegen der partnerschaftlichen Verbindung von 10 Jahren, die Richmond mit dem Stadtteilll Regla in Havanna unterhält, gibt uns das noch mehr Gründe, Solidarität mit unseren kubanischen Brüdern und Schwestern zu demonstrieren“.

In Beantwortung einer Frage zur aktuellen Denkweise des Weißen Hauses stellt sie klar, daß „unglücklicherweise der Präsident Barack Obama dieselbe Haltung des Präsidenten George W. Bush im Hinblick auf den Terrorismus fortsetzt, aber das ist nicht überraschend“.
Und sie erklärt, daß Grund hierfür ist, „daß über mehr als 50 Jahre in den Beziehungen zwischen den USA und Kuba sowohl die republikanischen als auch die demokratischen Präsidenten eine feindselige und aggressive Haltung gegenüber unseren Inselnachbarn beibehalten haben“.

Gleiches geschieht, behauptet sie, mit dem „Krieg gegen den Terror, beide Parteien haben vieles gemeinsam, hauptsächlich bei der Verfolgung der wirtschaftlichen und militärischen Interessen Washingtons in bestimmten Regionen wie Irak und Afghanistan“.
Aber es stellt sich „als extreme Heuchelei dar, daß die Führung der USA die Fünf Kubaner gefangen hält, wenn sie erlaubt, daß wirkliche Terroristen wie Luis Posada Carriles frei in diesem Land herumspazieren“, bringt sie es auf den Punkt.

Dies beweist, „daß der Krieg gegen den Terror in Wirklichkeit nicht darauf abzielt, das Volk gegen Aktionen zu schützen, die ihm schaden könnten, sondern darauf, die Kontrolle und die hegemoniale Macht der USA aufrechtzuerhalten“, meint die Bürgermeisterin von Richmond.
Die traurige Ironie, fügt sie hinzu, ist, daß mein Land, um dies zu erreichen, eine Reihe von verbrecherischen Handlungen vornimmt oder unterstützt wie die, die von Extremisten des kubanischen Exils in Miami gegen das Volk von Kuba begangen worden sind.

In Bezug auf die Herausforderungen als Bürgermeisterin eines Ortes mit mehr als 100 000 Einwohnern sagt sie, daß diese groß sind, weil „wir eine lange Geschichte sozialer, wirtschaftlicher Ungerechtigkeiten, auch solcher im Umweltbereich haben“.
Während 100 Jahren Herrschaft hat die Raffinerie Chevron in Richmond „die Gesundheit unsrer Einwohner und unseren Planeten zutiefst beeinträchtigt“, fügt sie an.

Trotzdem „verfügen wir über eine wunderbar gemischte Gemeinschaft, zusammengesetzt mehrheitlich aus einer afronordamerikanischen Bevölkerung, in die sich die Latinos integrieren, wobei viele von ihnen erst kürzlich angekommene Einwanderer sind“.
Auf die Frage, worin sich ihre Kraft gründet, faßt sie zusammen: „in meiner Überzeugung, in der Zuversicht und dem Respekt für die Bevölkerung von Richmond“.

Das Interesse von Gayle McLaughlin an der Antilleninsel begann, als sie 21 Jahre alt war. Seit dieser Etappe ihres Lebens verstand sie, daß „die Geschichte des kubanischen Volkes fokussiert war auf den Kampf gegen Unterdrückung und Beherrschung“.
Das ließ sie „das ungerechte Bild, das die Institutionen der USA, wie unser Erziehungssystem, die Kommunikationsmedien und der politische status quo es zeichneten,“ in Frage stellen.

Der Besuch der karibischen Nation im Jahr 1986 mit der Brigade Venceremos war „eine umstürzende Erfahrung“ weil „das Volk von Kuba mein Herz, meine Seele und meinen Geist anrührte“, bekennt sie.
Bei meiner Rückkehr, bringt sie es auf den Punkt, habe ich ein Bauchgefühl weit jenseits meines intellektuellen Verständnisses dafür mitgenommen, was es bedeutet, Teil einer Welt des Wechsels zu sein, die den Menschen auf den ersten Platz stellt.
D.F.M.

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Autor: Gigs Buchinger

Liedermacher- und Sänger Kulturarbeiter Soli Arbeiter

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