Fidel Castro: Auf wessen Kosten spielt man die Rolle des Guten?

Als die US-Regierung nach dem Hurrikan Gustav scheinheilig 100.000 Dollar als Katastrophenhilfe anbot – nach vorheriger Inspektion ihrerseits vor Ort zum Nachweis der Schäden – wurde ihr geantwortet, dass Kuba keinerlei Spende von dem Land annehmen kann, das gegen uns eine Blockade verhängt hat, und dass die Schäden schon berechnet wurden. Außerdem wurde geantwortet, dass das von uns Geforderte darin besteht, dass der Export von unerlässlichen Materialien und die an die Handelsoperationen gebundenen Kredite nicht verboten werden.

Einige im Norden haben sich heiser geschrien, dass die Zurückweisung von Kuba unglaublich sei.

Als wenige Tage später Ike das Land von der Ostspitze Punta de Maisí bis zur Westspitze Cabo de San Antonio geißelte, waren die Nachbarn des Nordens etwas schlauer. Sie haben die Sprache gemildert. Sie sprachen von abflugbereiten Flugzeugen mit Waren für fünf Millionen Dollar, dass eine Schadenseinschätzung nicht notwendig sei, da man das schon mit eigenen Mitteln getan habe, womit niemand anders als diejenigen gemeint sein können, die unser Land ausspionieren. Dieses Mal würde man die Revolution in Verlegenheit bringen – so dachten sie. Wenn sie es sich trauen würde, das Angebot zurückzuweisen, würde sie bei der Bevölkerung auf Schwierigkeiten stoßen. Vielleicht glaubten sie, dass niemand die vom US-Fernsehen verbreiteten Bilder gesehen hatte, als Besatzungstruppen der UNO Nahrungsmittel an die hungrige Bevölkerung in Haiti verteilten, welche sich über einen Stacheldraht hinweg darum stritt, was sogar zu verletzten Kindern geführt hat.

Der Hunger in jenem Land ist Ergebnis der historischen und unerbarmherzigen Ausplünderung der Völker. Am selben Ort, in Gonaïve, haben unsere Ärzte ihr Leben aufs Spiel gesetzt, um die Bevölkerung dieser Stadt ärztlich zu betreuen, so wie sie es in fast einhundert Prozent der Verwaltungskreise jener Nation tun. Diese Entwicklungshilfe geht dort, wie in Dutzenden Nationen der Welt, trotz der Hurrikans weiter. Auf die neue und schlaue diplomatische Note wurde ihnen kategorisch geantwortet: „Unser Land kann keine Spende von einer Regierung annehmen, die uns mit einer Blockade belegt, aber es ist bereit, solche unabdinglichen Materialien bei jenen US-Unternehmen zu kaufen, welche diese exportieren, und beantragt die Genehmigung dieser Zulieferungen sowie der für alle Handelsoperationen üblichen Kredite.“

„Wenn die US-Regierung dies nicht für ständig autorisieren möchte, beantragt Kuba zumindest eine Genehmigung für die nächsten sechs Monate, besonders unter Berücksichtigung der von den Hurrikans Gustav und Ike verursachten Schäden und unter Beachtung dessen, dass noch die gefährlichsten Monate der Hurrikan-Saison bevorstehen.”

Dies wurde nicht mit Überheblichkeit getan, denn das ist nicht Kubas Stil. In der Note selbst konnte man sehen, wie mit Bescheidenheit die Idee zum Ausdruck gebracht wurde, dass wir mit der zeitlich begrenzten Aufhebung  der Verbote zufrieden sind.

Der US-Handelsminister Carlos Gutiérrez hat am Freitag, dem 12., ausgeschlossen, dass die Blockade zeitweilig aufgehoben werden könnte.

Es ist offensichtlich, dass die Regierung jenes mächtigen Landes nicht begreifen kann, dass die Würde eines Volkes zu keinem Preis gekauft werden kann. Die Solidaritätswelle für Kuba, die große und kleine Länder umfasst, Länder mit und sogar ohne Ressourcen, würde an jenem Tag verschwinden, an dem Kuba seine Würde aufgibt. Diejenigen, die sich in unserem Land darüber ärgern, irren sich entschieden. Wenn es anstelle der fünf Millionen eine Milliarde wäre, würde dieselbe Antwort erfolgen. Der durch die Blockade und die Aggressionen der Yankees erlittene Schaden an tausenden Menschenleben, an Leiden und über 200 Milliarden Dollar kann mit nichts bezahlt werden.

Im vorläufigen offiziellen Bericht wurde der Bevölkerung erklärt, dass das Land in weniger als zehn Tagen einen fünf Milliarden übersteigenden Schaden erlitten hat. Aber ihr wurde ebenfalls erläutert, dass diese Zahlen auf konventionellen Preisen beruhen, die historisch und bis zu einem gewissen Zeitpunkt gültig waren, und die nichts mit der jetzigen Realität zutun haben. Die ganz klare Erläuterung, dass „die Berechnung der Verluste an Wohnungen auf der Grundlage von  konventionellen Preisen, die historisch und bis zu einem gewissen Zeitpunkt gültig waren, erfolgten und nicht nach den zu internationalen Preisen gültigen realen Werten, darf niemals vergessen werden. Es ist ausreichend darauf hinzuweisen, dass zum Besitz einer dauerhaften Wohnung, die den stärksten Winden trotzen kann, ein Element notwendig ist, an dem Mangelware herrscht: die Arbeitskraft. Dieselbe wird für eine provisorische Ausbesserung genau so benötigt, wie für einen dauerhaften Bau. Die genannte Arbeitskraft muss auf alle anderen Produktionsstätten und Dienstleistungseinrichtungen verteilt werden, von denen viele bedeutende Schäden erlitten haben, weshalb der reale Wert einer Wohnung auf der Welt und die entsprechende Rückzahlung der Investition um etliche Male größer ist.”

Der von der Natur versetzte Schlag war mächtig, aber es ist ermutigend zu wissen, dass es keine Unterbrechung in unserem Kampf geben wird.

Auf die Wirtschaftskrise, die die Vereinigten Staaten und infolgedessen alle anderen Völker der Welt geißelt, gibt es keine endgültige Antwort. Im Gegensatz dazu gibt es diese für die Naturkatastrophen in unserem Land und für jeden Versuch, unserer Würde einen Preis setzen zu wollen.

Fidel Castro Ruz

16. September 2008

Fidel Castro: Von den Hurrikans bestürmt

Wir hatten uns noch nicht vom emotionalen Eindruck und von den materiellen Schäden erholt, die vom Hurrikan Gustav durch außergewöhnlich starke Winde auf der Jugendinsel und in Pinar del Rio verursacht wurden, als uns die Nachrichten über die  vom Wirbelsturm Hanna hervorgerufenen Meeresüberschwemmungen erreichten, und noch schlimmer, jene Mitteilungen, dass Ike,  Hurrikan von hoher Intensität, aufgrund des durch das nördlich von ihm befindlichen starke Hochdruckgebiet ausgeübten Drucks in Richtung Südosten auswich und über eintausend Kilometer über das gesamte Gebiet unseres Landes hinwegfegen wird.

Das bedeutet, dass schließlich das gesamte Land von den drei Hurrikans betroffen wird und an manchen Stellen doppelt.

Wo wird einen Bananenbüschel, eine Frucht bzw. das Gemüse eines Intensivanbaus übrig bleiben? Wo Bohnenfelder bzw. andere Hülsenfrüchte? Wo ein Reis- oder Zuckerrohrfeld?  Wo eine Geflügel-, Schweine- bzw. Milchkühe-Farm? Das gesamte Land befindet sich jetzt in “Kampfalarm”, wie man es im Krieg nennt.

Jene in der Reflexion, die Gustav als einen Atomangriff bezeichnete, genannten Probleme haben sich vervielfacht. Die Prinzipien, die Leitfaden unseres Verhaltens sein sollen, bleiben bestehen, nur werden unvergleichbar größere Anstrengungen unternommen werden müssen.

Der Zivilschutz hat keine Minute ungenutzt verstreichen lassen. Diejenigen, die verantwortliche Positionen in Partei und Regierung innehaben, haben sich überall in Bewegung gesetzt. Die leitenden Kader müssen Disziplin fordern, Gefühle im Zaum halten und ihre Autorität ausüben. Fernsehen, Rundfunk und Printmedien übernehmen eine große Verantwortung in ihrer Funktion als Informationsübermittler.

Die Welt hat mit Bewunderung das Verhalten unseres Volkes gegenüber den Geißelungen von Gustav  beobachtet. Während die Feinde sich zynisch die Hände rieben, sind die Freunde entschlossen, – wie offenbar wurde – unserem Volk Hilfe zu leisten und es zeigte sich, dass es viele sind. Die über viele Jahre ausgesäte Solidarität trägt überall ihre Früchte. Russische Flugzeuge und die anderer Länder sind schnell aus tausenden Kilometern Entfernung mit Erzeugnissen gekommen, die nicht ihrem Volumen oder Preis nach gemessen werden, sondern gemäß ihrer Bedeutung. Spenden aus kleinen Staaten wie Ost-Timor, Botschaften aus wichtigen und freundschaftlich gesinnten Ländern wie Russland, Vietnam, China und anderen, brachten die Bereitschaft zum Ausdruck, so weit wie möglich ihre Kooperation bei den Investitionsprogrammen  leisten zu wollen, die wir unmittelbar zur Wiederherstellung der Produktion und zu deren Entwicklung in Angriff nehmen müssen.

Die Bolivarische Bruderrepublik Venezuela und ihr Präsident Hugo Chávez haben Maßnahmen getroffen, welche die großmütigste Solidaritätsgeste darstellen, die unser Vaterland je kennen gelernt hat.

Egal wie hart die erhaltenen und noch ausstehenden Schläge auch sein werden, unser Land ist meiner Meinung nach in der Lage, das Leben von Kubanern zu retten und den Familien solange materielle Unterstützung und Nahrungsmittelhilfe zukommen zu lassen, bis so kurzer Zeit wie möglich die Kapazität zur Nahrungsmittelproduktion wiederhergestellt wird. Diese Hilfe kann nicht in allen Kreisen gleich sein, da weder die Schäden gleich sind, noch die notwendige Zeit jedes einzelnen zur kompletten Wiederherstellung.

Wir werden im Augenblick von den Hurrikans bestürmt. Mehr denn je müssen die Vernunft und der Kampf gegen Verschwendung, Parasitentum und Bequemlichkeit geführt werden. Es muss mit vollkommener Ehrlichkeit gehandelt werden, ohne jegliche Demagogie oder Zugeständnisse an Willensschwäche und Opportunismus. Die revolutionären Partei- und Jugendorganisationsmitglieder müssen Beispiel sein. Sie müssen Vertrauen geben und empfangen und alles für das Volk geben, sogar das Leben, wenn es notwendig wäre.

Fidel Castro Ruz

7. September 2008

www.redglobe.de

Insgesamt sieben Tote durch Hurricane in Kuba

(www.redglobe.de) Sieben Tote, mehr als eine halbe Million beschädigte Häuser, ein Gesamtschaden von etwa zehn Milliarden US-Dollar: Die beiden Wirbelstürme „Gustav“ und „Ike“, die innerhalb von zehn Tagen Kuba heimgesucht haben, hinterliessen eine Spur der Verwüstung. Vor allem in Holguín, Pinar del Río, Las Tunas, Camagüey und auf der Isla de la Juventud (Insel der Jugend) verursachten Wind und heftige Regenfälle schwere Zerstörungen. Trotzdem haben im ganzen Land die Aufräumarbeiten begonnen.

In der Fernsehsendung „Mesa Redonda“ (Runder Tisch), in der das kubanische Fernsehen täglich die Berichte über die Schäden und die Aufräumarbeiten zusammenfasst, informierte Ana Isa Delgado, Präsidentin des Verteidigungsrates der von „Ike“ schwer betroffenen Isla de la Juventud, dass bis Sonnabend bereits 77 Prozent der Stromversorgung wieder hergestellt werden konnten. Am Montag soll auch dort – wie in ganz Kuba – der Schulunterricht nach den Sommerferien wieder beginnen. Das Bildungsministerium in Havanna rief die Lehrer, Eltern, Schüler und lokalen Behörden dazu auf, Ersatzräume zu finden, wenn die Schulgebäude durch die Stürme zu stark beschädigt sein sollten. Ziel müsse es sein, dass so viele Schülerinnen und Schüler wie nur möglich sofort wieder mit dem Unterricht beginnen können, heisst es in der von der Jugendzeitung „Juventud Rebelde“ veröffentlichten Erklärung des Ministeriums.

In der selben Zeitung zieht auch die nationale Zentrale des kubanischen Zivilschutzes Bilanz. 2,5 Millionen Menschen seien mit mehr als 10.000 Transportmitteln vor den Stürmen in Sicherheit gebracht worden, ohne dass es dabei zu Unfällen gekommen wäre. Detailliert informiert der Zivilschutz über die Umstände, unter denen die sieben Todesopfer ums Leben gekommen sind und kommt zu der Schlußfolgerung, dass auch diese Todesopfer zu vermeiden gewesen wären, wenn sich die Betroffenen an die Anweisungen des Zivilschutzes gehalten hätten. So habe der 35-jährige Pascual Villafaña Rivera aus Camagüey inmitten des Sturms das Haus eines Familienangehörigen verlassen, in dem er sicher gewesen wäre, und sich auf den Weg nach Hause gemacht. Unterwegs sei er von einem umstürzenden Baum erfasst und erschlagen worden. Zu den sieben Todesopfern gehören auch der 76-jährige Pedro Corso Soto und der 35-jährige Ángel Sánchez Cabello, die gemeinsam versucht hatten, ihre Hausantenne in Sicherheit zu bringen und dabei mit dieser die Stromleitung berührten und einen sofort tödlichen Stromschlag erlitten. „Das für seine Effizienz anerkannte System des Zivilschutzes in Kuba garantiert den Schutz der gesamten Bevölkerung und der Wirtschaftsressourcen. Aber die Gründe der hier beschriebenen tragischen Vorfälle beweisen die Notwendigkeit, diszipliniert die Maßnahmen zu befolgen, die der Zivilschutz wiederholt festgelegt hat, um tragische Verluste von Menschenleben und die damit verbundene Trauer der Familien zu vermeiden“, mahnen die kubanischen Behörden.

Zugleich treffen immer mehr Hilfsgüter in Kuba ein. Ecuador übernahm die Kosten für Hilfssendungen des Welternährungsprogramms der UNO, darunter neun Tonnen Dosenfisch und 45 Tonnen mit Proteinen angereicherte Kekse. Mexiko bot der kubanischen Regierung Hilfe für den Wiederaufbau der eingestürzten oder beschädigten Wohnhäuser an. Die Arbeiter des indischen Medizinproduzenten Biocon, der mit kubanischen Einrichtungen bei der Produktion von Impfstoffen zusammenarbeitet, beschlossen, einen Tageslohn für die Opfer der Wirbelstürme zu spenden. Auch in zahlreichen Ländern Lateinamerikas, so in Venezuela und Ecuador, liefen Solidaritätskampagnen an.

Eine Ausnahme stellt mal wieder die Regierung in Washington dar. Wie Prensa Latina berichtet, fordern die US-Behörden als Voraussetzung für Hilfeleistungen oder auch nur eine Lockerung der Blockade, dass eine Gruppe von Inspektoren Kuba besuchen und die von den Wirbelstürmen angerichteten Schäden bestätigen soll. „Aber Kuba hat nie beim mächtigen Nachbarn im Norden um Hilfe gebeten, der die Insel seit 49 Jahren einer beispiellosen Handels-, Wirtschafts- und Finanzblockade unterworfen hat, um den Zusammenbruch der sozialistischen Regierung zu provozieren“, kommentiert die Agentur. Das kubanische Außenministerium habe dem State Department in Washington lediglich vorgeschlagen, durch Privatkredite von nordamerikanischen Privatunternehmen Material aufzukaufen, das für den Neubau von Wohnhäusern und die Wiederherstellung der Stromversorgung benötigt wird. Dabei handele es sich um eine gewöhnliche Handelsoperation, wie sie täglich hunderte und tausende Male weltweit durchgeführt werde, so Prensa Latina. US-Außenministerin Condoleezza Rice sagte hingegen, es sei momentan „nicht weise“, auch nur einzelne Handelsverbote gegen die Insel aufzuheben.

Briefe aus Holguin

folgendes Email von Fermin erreichte kürzlich Matthias. Fermin war unser Dolmetsch bei der Brigadereise dieses Frühjahres, bei dem begonnen wurde, ein Weisenhaus in Holguin zu sanieren. Das Mail wurde in punkto Verständlichkeit leicht korrigiert.

Hallo lieber Mathias,

vielen Dank fur deine Sorgen, nur Freunde machen sich Sorgen um die Freunde.  Wie du ja gesehen hast ist es sehr furchtbar, alles in Holguin und ganz Kuba ist kapput gegangen, unser Krankenhaus ist sehr beschedigt worden, Strom, Dacht Glas, uberall liegen viele Bäumen an Boden. Mir geht es einiger Massen gut, auch bei mir ist viel kapput gegange zu hause. Die Stadt Holguin sieht aus wie damals Berlin nach dem Krig aber du weisst, wie wir Kubaner sind –  wir werden weiter Abeiten und unsere socialistische Gesellschafft weiter bauen. Ich hoffe du und die andere Freunde sind gesund. Leider habe ich kein Foto Apparat um dir ein paar fotos zu senden aber ich gebe Stefan welche mit.

Fermin

 

Das folgende Email kommt vom internationalen Sekretär der CTC (kubanischer Gewerkschaftsbund) Fidel Cano, an Stefan:

Hallo meine lieben Friends.
 
Thank You .
 
Family in Alcides Pino is OK, Ania Told Me. There is a big Destruction, in House, Electric System, Agriculture, . The City is very different , there are many tree  in the street. You will see next friday.
Banes, Gibara, Freyre many destruction; Guardalavaca Hotels , Atlantic, Pernik, there is a great disaster , the sea and the win fury ; Gladys told me this morning is catastrofic. People and Workers are working very hard, resisting . The win was terrible more than 215 km x hora.
You Know the hurricane travel all Cuba, all province sufer the damage .
 
Ok my dear friends we are here resisting , and working very hard. The CTC is OK only the Palma fall down and the Mango tree it lose many live.  See you next friday.
 
Tu amigo
 
Fidel

Spur der Verwüstung

Sieben Tote und Milliardenschäden nach Durchzug von Hurrikans in Kuba (Santiago Baez in Junge Welt am 15.9.08; www.jungewelt.de)

Sieben Tote, mehr als eine halbe Million beschädigte Häuser, ein Gesamtschaden von etwa zehn Milliarden US-Dollar: Die beiden Wirbelstürme »Gustav« und »Ike«, die innerhalb von zehn Tagen Kuba heimgesucht haben, hinterließen eine Spur der Verwüstung. Vor allem in Holguín, Pinar del Río, Las Tunas, Camagüey und auf der Isla de la Juventud (Insel der Jugend) verursachten Wind und heftige Regenfälle schwere Zerstörungen.

In der Fernsehsendung »Mesa Redonda« (Runder Tisch), in der das kubanische Fernsehen täglich die Berichte über die Schäden und die Aufräumarbeiten zusammenfaßt, informierte Ana Isa Delgado, Präsidentin des Verteidigungsrates der von »Ike« schwer betroffenen Isla de la Juventud, daß bis Sonnabend bereits 77 Prozent der Stromversorgung wieder hergestellt werden konnten. Am heutigen Montag soll auch dort – wie in ganz Kuba – der Schulunterricht nach den Sommerferien wieder beginnen.

In der Jugendzeitung Juventud Rebelde zieht die nationale Zentrale des kubanischen Zivilschutzes Bilanz. 2,5 Millionen Menschen seien vor den Stürmen in Sicherheit gebracht worden, ohne daß es dabei zu Unfällen gekommen wäre. Detailliert informiert der Zivilschutz über die Umstände, unter denen die sieben Todesopfer ums Leben gekommen sind und kommt zu der Schlußfolgerung, daß auch diese Todesopfer zu vermeiden gewesen wären, wenn sich die Betroffenen an die Anweisungen des Zivilschutzes gehalten hätten.

Derweil treffen immer mehr Hilfsgüter in Kuba ein. Ecuador übernahm die Kosten für Hilfssendungen des Welternährungsprogramms der UNO, darunter neun Tonnen Dosenfisch und 45 Tonnen mit Proteinen angereicherte Kekse. Mexiko bot der kubanischen Regierung Hilfe für den Wiederaufbau der eingestürzten oder beschädigten Wohnhäuser an. Die Arbeiter des indischen Medizinproduzenten Biocon, der mit kubanischen Einrichtungen bei der Produktion von Impfstoffen zusammenarbeitet, beschlossen, einen Tageslohn für die Opfer der Wirbelstürme zu spenden. Auch in zahlreichen Ländern Lateinamerikas, so in Venezuela und Ecuador, liefen Solidaritätskampagnen an.

Eine Ausnahme stellt erneut die Regierung in Washington dar. Wie Prensa Latina berichtet, fordern die US-Behörden als Voraussetzung für Hilfeleistungen oder auch nur eine Lockerung der Blockade, daß eine Gruppe von Inspektoren Kuba besuchen und die von den Wirbelstürmen angerichteten Schäden bestätigen soll. US-Außenministerin Condoleezza Rice sagte hingegen, es sei momentan »nicht weise«, auch nur einzelne Handelsverbote gegen die Insel aufzuheben.

Auch die Regierungen Europas ließen Kuba im Stich, bisher auch die österreichische Bundesregierung.

Nächster Cuba Container in Vorbereitung

Das Lager in Eberschwang ist voll, heuer wird noch ein zweiter Container nach Cuba geschickt. Dazu gibts es zwei Arbeitseinsätze: am SAMSTAG, 18. Oktober, wird im Lager verpackt, geschachtelt und registriert.

Am Samstag, 22. November wird dann verladen.

Zu beiden Terminen werden helfende Hände benötigt, damit wieder alles reibungslos verläuft. InteressentInnen mögen bitte einen Konemtar mit Ihrer Bereitschaft und den Kontaktdaten melden.

Kontakt: stefan.krenn@kabelspeed.at

ABER  DER  NÄCHSTE  CONTAINER  WIRD  GERADE  VORBEREITET

SODERCONTAINER  FÜR  DIE  HURRICANHILFE !!!! (siehe Artikel unten)

Sondercontainer „Hurricane“ geplant: AUFRUF ZUR HILFE

Der reguläre Container ist randvoll und wird am Samstag, 22. November, beladen. Viele Materialien konnten mit Hilfe zahlreicher UnterstützerInnen gesammelt werden. Doch während wir diesen Container vorbereiten, gelangen die ersten Hilferufe von Cuba zu uns:

[Youtube=http://de.youtube.com/watch?v=Ys2enWQnyxE&NR=1]

Aufgrund der dramatischen Hurricaneschäden planen wir daher bereits einen Sondercontainer, um dringend benötigtes Material sammeln und nach Holguin schicken zu können. Diue Schäden sind vor allem auch in den Küstenregionen enorm.

Die nächsten Tage und Wochen werden wri bei den kubanischen FreundInnen recherchieren, WAS KONKRET benötigt wird. Auf alle Fälle brauchen wir aber HILFE bei der Beschaffung folgender Materialien, wer Möglichkeiten hat, bei Firmen Grossspenden zu erfragen, möge seine oder ihre Möglichkeiten NUTZEN!!:

Suppen (Knorr, Maggi), Batterien f. Taschenlampen, Decken, Seifen, Klopapier, Feuerzeuge (ev. liegengebliebenes Wahlmaterial), Kinderbekleidung -schuhe (Teichmann, Vögele sind die größten) Milchpulver, Regenschutz -stiefel, Glühsparlampen, Neonröhren, alle Arten von Elektromaterial (Kabel, Isolationsmat. keine Stecker, haben andere Formen in Cuba) Schulsachen,Kugelschreiber, Blei- Buntstifte, Spielsachen, Schulmaterial (Papierfabriken, bei „Format“ in Wels …) Intimhygienie, Konserven, Matrazen, WerkzeugNägel, Schrauben, Farbe, Kleber, Babynahrung, Windeln, Schnuller, Flaschen. Stefan Krenn wird in Cuba den Bedarf an wichtigen Medikamenten erfragen.

Vielleicht kann uns eine Spedition einen Container sponsern.

Wer also Kontakte zu Firmen hat, bitte Nutzen, Grossspenden sind jetzt gefragt !!!!

Ausserdem brauchen wir in Linz ein Zwischenlager, wo wir alles sammeln können und dann und wann ins Lager nach Eberschwang überführen können. Wer hat grosse Lagermöglichkeiten in Linz


USA verweigern Kuba Hurricanhilfe

Trotz der massiven Schäden durch die bisherigen beiden Hurricanes lockern die USA nicht ihre Blokade, um den kubanischen Menschen wenigstens in dieser Katatrophensituation den Erwerb von Hilfgütern zu ermöglichen. Havanna suchte nicht etwa um Spenden an sondern bat Washington lediglich um die Erlaubnis sich selbst helfen zu dürfen: durch den Kauf von Hilfsgütern. Doch US-Außenministerin Condoleezza Rice hat ein Gesuch Kubas um Hilfe zur Beseitigung der Schäden nach Hurrikan „Gustav“ zurückgewiesen. Trotz der kathastrophalen Ausnahmesituation beharrt die US Aussenministerin auf der politischen Blokadepolitik. Ein diesbezügliches entgegenkommen gegenüber dem Castro Regime sei „in einer demokratischen westlichen Hemisphäre nicht akzeptabel, und auch für die Menschen auf Kuba nicht akzeptabel“. Daher wäre eine vorübergehende Aufhebung des Embargos gegen Kuba „keine weise Entscheidung“, sagte Rice laut einem in Washington verbreiteten Redemanuskript. Die kubanische Führung hatte am Samstag Washington gebeten, den Kauf bestimmter Materialien zur Überwindung der Verwüstungen durch Hurrikan „Gustav“ zu erlauben. Kuba bat auch darum, US-Unternehmen die Vergabe von Krediten für Lebensmittelkäufe zu erlauben, hieß es am Samstag in einer Erklärung des kubanischen Außenministeriums. Damit würde eine Maßnahme des seit Jahrzehnten gegen Kuba verhängten US-Embargos ausgesetzt.

Wo bleibt der Aufschrei der humanitären EU, wo die scharfe Zurückweisung der zynischen US Haltung durch die Österreichische Politik?

SPENDENAUFRUF DER ÖKG

Hurricane toben über Kuba

In Kuba sind allein am Sonntag Hunderttausende Menschen vor dem nahenden Hurrikan »Ike« in Sicherheit gebracht worden. Nach Angaben der kubanischen Nachrichtenagentur AIN sollen nur in der Provinz Camaguey im Osten des Inselstaates mehr als 224 000 Menschen vor dem Wirbelsturm gerettet werden. Unter ihnen seien auch 221 ausländische Touristen, die vom Strand von Santa Lucia in Hotels in der Stadt Camaguey gebracht werden sollten. Zuvor schon hatte der Hurricane „Gustav“ schwere Verwüstungen auf der Insel Juventude angerichtet.

Hotel Rusa in BaracoaIm Osten der Provinz Guantanamo schlugen die Wellen von „Ike“ nahezu 10 Meter über die Stadt Baracoa (im Bild das überschwemmte Hotel „Rusa“ am Malecon). Laut Medienberichten mussten bisher 4  Menschenleben beklagt werden, im Unterschied zum benachbarten Haiti, wo schon hunderte sterben mussten. Die Sachschäden in Kuba sind aber extrem und die Versorgungslage der Bevölkerung entsprechend. Der – auch laut UNO – vorbildliche Katastrophenschutz in Kuba verhinderte bisher noch schlimmeres, über eine Million Menschen wurden bis jetzt evakuiert [auch wenn in manchen Flugblättern in Miami vielleicht stehen möge: „Castro vertreibt hunderttausende Menschen aus ihren Häusern …“]. Zum Video

Die ÖKG startet auf ihrer Homepage einen Spendenaufruf.

Club 120

Der Club 120 ist eine der Finanzierungsquellen des Containerprojektes. Wir sammeln punktgenau auf Auftrag unserer Kubanischen PartnerInnen in Holguin – das sind die Gewerkschaft CTC und die Polyklinik, Material, die von Kubanischen Stellen direkt angefordert werden. Es gibt also keinen Schrott, den niemand brauchen kann sondern eine (lange) Liste an Wünschen, die jeweils konkrete AbnehmerInnen haben. Der Club 120 bedeutet, dass jedeR, der/die beitritt, monatlich EUR 10,- via Dauerauftrag an das Containerkonto überweist und pro ca 50 Personen ist der Transport von einem Container nach Moa finanziert. Das wär doch was?