U.S.-amerikanische Persönlichkeiten sprechen sich für humanitäre Visa für Olga und Adriana aus

 aus:www.miami5.de Antiterroristas.cu, 16. Juli 2008

Gayle McLaughlin, Bürgermeisterin von Richmond, Kalifornien:
„Ich habe dringend darum gebeten und werde das Außenministerium weiter darum bitten, die humanitären Visa für Adriana Pérez und Olga Salanueva zu gewähren, damit sie ihre jeweiligen Ehemänner Gerardo Hernández und René González in U.S.-Gefängnissen besuchen können.
Es gibt keinen zu rechtfertigenden Grund dafür, diesen Familien das Besuchsrecht zu verweigern, und es ist ein Verstoß gegen ihre humanitären Grundrechte, es doch zu tun.

Gayle McLaughlin
Oberst der U.S.-Armee, i.R., Larry Wilkerson

Wenn es nur etwas Menschenfreundlichkeit in der derzeitigen U.S.-Führung gibt, wenn es dort tatsächlich irgendeine Anerkennung der Würde des einzelnen Menschen gibt, dann muss es eine Anerkennung dessen geben, dass diesen Frauen, Adriana Pérez und Olga Salanueva, erlaubt sein sollte, ihre Ehemänner zu besuchen.
Dies ist eine einfache Menschenfreundlichkeit. Es ist schwierig für mich zu glauben, dass es solche Menschenfreundlichkeit in Amerikas Führung nicht mehr gibt.
Und überhaupt, warum haben wir Angst vor zwei Frauen, die nach einem Jahrzehnt der Trennung ihre Ehemänner wiedersehen möchten?

Larry Wilkerosn
Havanna, Kuba, 16. Juli (acn) Das Internationale Solidaritätskomitee mit den fünf kubanischen antiterroristischen Kämpfern, die unrechtmäßig in den Vereinigten Staaten gefangen gehalten werden, bat am Dienstag das US-Außenministerium dringend darum, Adriana Pérez und Olga Salanueva, den Ehefrauen von Gerardo Hernández und René González – zwei der Cuban Five, als die sie international bekannt sind, Visa zu gewähren.

Während einer Pressekonferenz in Havanna beklagte Graciela Ramírez, die Präsidentin des Komitees, dass die U.S.-Regierung die Familienbesuche der Cuban Five in einem eindeutigen Verstoß gegen U.S.- und internationale Gesetze, die diese Art der Besuche auf monatlicher Basis beinhalten, behindere.
Olga und Adriana wurden bei 8 Gelegenheiten die Visa verweigert und beim letzten Mal im vergangenen September 2007, neun Jahre nach der Inhaftierung von Gerardo, René, Antonio Guerrero, Ramon Labañino und Fernando González, antikubanische Extremistengruppen in Südflorida infiltrierten, die Terroranschläge gegen Kuba organisiert und ausgeführt haben.
Zu der weitergehenden internationalen Kampagne für die Freilassung der Cuban Five gehört, dass eine Internationale Kommission für das Recht auf Familienbesuche Postkarten mit Fotos der beiden Paare an die U.S.-Außenministerin Condoleezza Rice schickt, damit beiden Frauen Visa für den Besuch ihrer Ehemänner gewährt werden.

Die Kommission besteht aus über 100 Persönlichkeiten aus 27 Ländern. Ihr gehören Nobelpreisträger wie Rigoberta Menchu und Adolfo Esquivel als auch die frühere französische First Lady Danielle Mitterand an.
Die internationale Kampagne besteht aus Aktionen in 15 Städten in 12 US-amerikanischen Staaten sowie in Ländern wie unter anderen Deutschland, Peru, Italien und der Schweiz.

Deutsch: ¡Basta Ya! (jmb, db)

Fusion schafft Braugiganten – was hat Kuba damit zu tun ?-)

(aus der Jungen Welt vom 16.07.08) Der US-Traditionsbrauer Anheuser-Busch (»Budweiser«) wird vom belgisch-brasilianischen Konkurrenten Inbev (»Beck’s«, »Stella Artois«) geschluckt. Damit wird unter dem Namen Anheuser-Busch Inbev der weltgrößte Brauereikonzern mit 300 Marken entstehen. Die Unternehmen teilten am Montag mit, die Kaufsumme für den US-Brauer betrage 52 Milliarden Dollar. Zusammen verkaufen die beiden Konzerne zur Zeit 460 Millionen Hektoliter Bier und erzielen einen Umsatz von 36 Milliarden Dollar pro Jahr. Das Übernahmeangebot für Anheuser-Busch war in dessen Stammsitz Missouri auf heftigen Widerstand gestoßen. Der Gouverneur des US-Bundesstaates, Matt Blunt, nannte die Aussicht auf den Anheuser-Kauf durch einen ausländischen Konzern »zutiefst besorgniserregend«. Der US Konzern bediente sich in seinem Abwehrkampf auch des Helms Burton Gesetzes, dass keinem Konzern auf der Welt eine Beteiligung an einem kubanischen Unternehmen erlaube (etgegen allen Regeln des Völkerrechts). Der europäische Konzern halte aber Anteile an der kubanischen Bucanero Brauerei in Holguin, dem zweitgrößten Bierproduzenten Kubas. Und so sagen boshafte Stimmen, Kuba habe begonnen, US Konzerne aufzukaufen 😉 Saludos !

Neue Schikane gegen kubanischen Gefangenen: Auch am 20. Hochzeitstag dürfen sie sich nicht sehen

Redglobe, Dienstag, 15. Juli 2008
Am  15. Juli jährte sich zum zwanzigsten Mal der Tag, an dem sich Adriana Pérez und Gerardo Hernández in Cuba das Ja-Wort gaben. Doch seit über zehn Jahren konnten sie sich nicht mehr sehen. Gerardo Hernández ist einer der fünf Kubaner, die seit fast 10 Jahren in US-amerikanischen Gefängnissen inhaftiert sind, weil sie von Miami aus gegen Cuba operierende Terrorgruppen unterwandert hatten. Bis heute verweigern die US-Behörden Adriana Pérez ein Einreisevisum, damit sie ihren inhaftierten Ehemann besuchen kann. Auch zum 20. Hochzeitstag machten die US-Behörden keine Ausnahme.

Auch Olga Salanueva, der Ehefrau von René González – einem weiteren Gefangenen – wird die Einreise in die USA verweigert. Seit August 2000 konnte sie ihren Ehemann nicht mehr besuchen.

Das Netzwerk „Basta Ya“, das in Deutschland die Solidaritätsarbeit für die fünf Kubaner organisiert, hat gegen diese rechtswidrige Schikane protestiert: „Es ist ein grundsätzliches menschliches und verfassungsmäßiges Recht für Ehegatten und ihre Kinder, zusammen zu sein, aber die US-Regierung hat diese Rechte unverhohlen verletzt. Andere Familienmitglieder der Cuban Five wurden gezwungen, bis zu 26 Monate zu warten, bevor ihnen erlaubt wurde, die Vereinigten Staaten zu betreten, um ihre Lieben zu besuchen.“

Die fünf Kubaner wurden am 12. September 1998 in den USA verhaftet und zu willkürlichen und für ihre „Delikte“ ungewöhnlich schweren Strafen verurteilt, weil sie – freiwillig und unbewaffnet – den von Miami aus gegen Kuba operierenden Terrororganisationen auf der Spur waren. Der Zugriff der US-Behörden erfolgte, nachdem Cuba im Juni 1998 Erkenntnisse an das FBI mit dem Ersuchen um Strafverfolgung der Terroristen übergeben hatte. Den Fünf war es gelungen, in über 170 Fällen Anschläge zu verhindern. Statt jedoch gegen die terroristischen antikubanischen Organisationen in den USA vorzugehen, zogen es die US-Behörden vor, gegen die fünf Kubaner zu ermitteln, sie zu verhaften und vor Gericht zu stellen. Gerardo Hernández wurde verurteilt zu zweimal lebenslänglich plus 15 Jahre Haft, Ramón Labañino erhielt lebenslänglich plus 18 Jahre Haft, Antonio Guerrero soll lebenslänglich plus 10 Jahre im Gefängnis bleiben, Fernando González wurde zu 19 Jahren Haft und René González zu 15 Jahren Haft verurteilt. In Kuba werden diese antiterroristischen Kämpfer als Helden verehrt.

Weitere Informationen unter miami5.de

Kubanische Fussball Nationalmannschaft gegen FC St. Pauli

Der FC St. Pauli in Hamburg ist nicht nur berühmt wegen seines „Hinterfeldes“, dem Kiez und St. Pauli, nicht nur wegen den Sieg über Bayern München 2002 („Weltpokalsiegerbesieger“) als Tabellenletzter und nicht nur wegen seiner konsequenten Ablehnung rechter Tendenzen in den eigenen Reihen und im Umfeld. der FC St. Pauli ist auch berühmt aufgrund seines langen Kampfes um die neue Südtribüne im Vereinsstadium. Diese Südtribüne wird nun eröffnet: am 18. Juli steigt das Eröffnungsspiel – gegen die kubanische Nationalmannschaft. Da wünschen wir beiden viel Erfolg!

Keine baldige Lohnerhöhung in Kuba

Raúl Castro verweist auf weltweite Krise (neues Deutschland) Die Kubaner können auch unter dem neuen Präsidenten Raúl Castro nicht damit rechnen, dass sich ihre wirtschaftliche Lage rasch verbessert.
Havanna (dpa/ND). Castro sagte am Freitag (Ortszeit) in der ersten ordentlichen Sitzung der Nationalversammlung seiner Amtszeit, eine baldige Erhöhung von Löhnen und Gehältern sei nicht zu erwarten. Der Bruder und Nachfolger des Revolutionsführers Fidel Castro machte die weltweit steigenden Energie- und Lebensmittelpreise dafür verantwortlich, dass Kuba die notwendigen Mittel dafür nicht aufbringen könne. Die Regierung sei aber dabei, das Problem der Gehälter zu untersuchen.
Der durchschnittliche Monatsverdienst liegt in Kuba bei umgerechnet 17 Dollar.

Castro hatte vor wenigen Monaten Maßnahmen zur Verbesserung des Alltags der Menschen angekündigt. Am Freitag machte er seinen Landsleuten aber wenig Hoffnung auf eine rasche Besserung der Lage. Über die ersehnte Erhöhung der Bezüge sagte er in seiner Ansprache zum Abschluss der Sitzung: »Die Lösung dieses Problems hängt von der wirtschaftlichen Lage des Landes ab, die unvermeidlich mit der Krise in der Welt verbunden ist, und die sich noch verschärfen kann.« Er kündigte an, dass bald die Verteilung von Land an diejenigen beginnen solle, die es auch bearbeiten wollten. Vor allem von dieser Reform im sozialistischen Kuba verspricht sich die Regierung eine Wiederbelebung der eigenen landwirtschaftlichen Produktion.

Erst vor wenigen Tagen hatte Castro darauf verwiesen, dass in der Wirtschaft »einige Justierungen und unvermeidliche Einschränkungen« nötig seien, die durch die steigende Preisspirale bei den Lebensmitteln und Brennstoffen verursacht würden.

Das Parlament war am Freitag zusammengekommen, um unter anderem über die sich zuspitzende Wirtschaftslage angesichts steigender Energiekosten auf der Karibikinsel zu beraten. Kuba erhält zwar große Mengen Öl aus Venezuela zu günstigen Konditionen, muss aber einen großen Teil der immer teurer werdenden Grundnahrungsmittel importieren.

Die »Nationalversammlung der Volksmacht« war im Januar gewählt worden und hatte Ende Februar dieses Jahres Raúl Castro zum Präsidenten Kubas bestimmt. Dieser hatte bereits seit Mitte 2006 stellvertretend für seinen erkrankten älteren Bruder Fidel Castro das Land regiert.

europäisches Treffen der Kuba Solidarität

Kubanisches Institut für Völkerfreundschaft -Nationalverein für die Freundschaft Italien-Kuba

EINBERUFUNG ZUM EUROPÄISCHEN TREFFEN DER SOLIDARITÄT MIT KUBA

Das Europäische Treffen der Solidarität mit Kuba wird am 10., 11. und 12. Oktober 2008 in Italien, in der
Stadt Terni, einberufen, mit der organisatorischen Unterstüzung des Nationalvereins für die Freundschaft
Italien-Kuba.

Zum Treffen wird die Teilnahme einer ICAP-Delegation, einer kubanischen Delegation von hohem Niveau,
sowie einer Vertretung des Europäischen Parlaments vorgesehen.

Die Tagungen finden in der Kongresshalle des Hotels Michelangelo, am Bahnhofplatz von Terni, statt.
Im selben Hotel werden die Delegierten der verschiedenen Staaten untergebracht, so dass man das Hin- und
Herreisen vermeidet und die Zeit besser nützen kann.

Die Tagungsarbeiten betreffen die Entwicklung der politischen Solidarität unter verschiedenen Aspekten:

• Kampf gegen die Blockade
• Kampagne für die Befreiung der Fünf Helden
• Koordinationsstrategien im europäischen Bereich
• Verbreitung von Informationen über Kuba
• Internationale Brigaden und spezialisierter Tourismus
• Kooperation und Solidarität
Die Versammlung wird eine Schlusserklärung abstimmen, die den Inhalt der Beiträge zusammenfasst und
von einer dazu bestimmten Kommission verfasst wird.
Der Schlussbeitrag wird vom Leiter der kubanischen Delegation geleistet, der zur Versammlung teilnehmen
wird.

Das Programm enthält abends am 10. Oktober (Freitag) und 11. Oktober (Samstag) verschiedene Aktivitäten
sowie historisch-kulturelle Besichtigungen.

Organisatorische Details

Die Wahl von Terni als Stadt des Treffens ermöglicht, relativ geringe Teilnahmekosten für die Delegierten
zu garantieren. Für jeden Delegierten wird nämlich einen Betrag von ungefähr € 250,00 vorgesehen, wie vor
zwei Jahren in Istanbul. Wenn eine solche Veranstaltung in einer italienischen Großstadt (Rom, Mailand,
Neapel, Turin, Florenz, Venedig, usw.) organisiert würde, wäre sie mit viel höheren Kosten verbunden
gewesen.

Die Teilnahmekosten jedes Delegierten enthalten:

• Unterlagen und weiteres Material zum Treffen
• Unterkunft für zwei Nächte im Doppelzimmer, mit Fernsehen und freier Internet-Verbindung
• Zwei Frühstücke (Samstag und Sonntag)
• Zwei Mittagessen (Samstag und Sonntag)
• Zwei Abendessen (Freitag und Samstag)
• Willkommenscocktail (Freitag abend)
• Kulturelle Aktivität (Freitag abend)
• Besichtigung des Marmore Wasserfalls und der mittelalterlichen Altstadt von Narni (Samstag abend)

• Alle Fahrten während der Veranstaltung, sowie Busverbindung mit dem Internationalen Flughafen
von Rom Fiumicino.
Terni liegt ungefähr 100 Km nördlich von Rom und ist mit dem Zug vom Flughafen Rom Fiumicino
erreichbar. Eine Busverbindung von Rom Fiumicino nach Terni und zurück (am Ende der Veranstaltung)
wird auch zur Verfügung stehen.
Deswegen ist es sehr wichtig, die Zahl der Genossen zu kennen, die die Delegationen bilden, sowie ihre
Ankunftszeiten in Rom Fiumicino und ihre Abfahrtszeiten, um die Versetzungen des größten Teils der
Delegierten so gut wie möglich zu organisieren.

Während der Tagungsarbeiten werden Simultanübersetzungen in Italienisch, Spanisch, Englisch, Französisch
und Deutsch (die offiziellen Sprachen des Treffens) zum besseren Verständnis der Beiträge vorhanden sein.

Zutritt zur Kongresshalle haben nur die akkreditierten Delegierten und die Gäste des Nationalvereins für die
Freundschaft Italien-Kuba, die den Passierschein vorweisen.

Wir werden uns bemühen, so schnell wie möglich weitere Infos über die Anmeldung zur Veranstaltung und
andere organisatorische Details mitzuteilen.

Programmentwurf

Freitag, den 10. Oktober 2008

• Ankunft und Check-in der Delegationen
• 19.30-20.30 Abendessen im Hotel
• 20.45-24.00 Kurzer Willkommensgruß, Cocktail und kulturelles Ereignis
Samstag, den 11. Oktober 2008

• 08.45-09.20 Begrüßungsbeiträge von italienischen Behörden
• 09.20-09.30 Wahl der Kommissionen (Kommission für die Verfassung der
Schlusserklärung)
• 09.30-10.15 Beitrag der kubanischen Delegation
• 10.15-10.45 Beitrag von mediCuba –Europa, Power Point-Vorstellung
• 10.45-11.00 Pause
• 11.00-11.15 Zweiter Beitrag der kubanischen Delegation
• 11.15-12.45 Beiträge der akkreditierten Delegationen
• 12.45-14.00 Mittagessen
• 14.15-18.45 Kommissionenarbeiten
Politische Solidarität

Kampf gegen die Blockade
Kampagne für die Befreiung der Fünf Helden
Koordinationsstrategien im europäischen Bereich

Weitere Solidaritätsaktionen

Verbreitung von Informationen über Kuba
Internationale Brigaden und spezialisierter Tourismus
Kooperation und Solidarität

Am Ende der Kommissionenarbeiten wird sich die Kommission für die Verfassung
der Schlusserklärung versammeln.

• 19.00-21.00 Abfahrt vom Hotel – Besuch des Marmore Wasserfalls
Besuch der mittelalterlichen Altstadt von Narni und des Schlosses

• 21.00-24.00 Abendessen im mittelalterlichen Schloss und Rückfahrt zum Hotel
Sonntag, den 12.Oktober 2008

• 09.00-10.30 Vorlesung und Billigung der Berichte der Kommissionen
• 10.30-10.45 Vorlesung und Billigung der Schlusserklärung
• 10.45-11.00 Wahl des Sitzes des nächsten europäischen Treffens
• 11.00-11.30 Beitrag von Vertretern des Europäischen Parlaments
• 11.30-12.30 Schlussbeitrag vom Chef der kubanischen Delegation
• 12.30-14.00 Mittagessen
• Nachmittag Abfahrt der Delegationen

Anmeldung ab sofort über die ÖKG

Hasta la vista, Microsoft

Von der Verbesserung der Welt als Kampf gegen schlechte Gewohnheiten: Die Computer an der Universität von Havanna werden aufs Linux-Betriebssystem umgestellt
Patricia Grogg/IPS
Es hat gedauert, bis die Befreiung der Universität von Havanna vom US-amerikanischen Software-Monopolisten Microsoft beschlußfähig war. Inzwischen ist sie nicht mehr aufzuhalten. Mit Zustimmung des Universitätsrates wird das Computernetzwerk der Hochschule Schritt für Schritt umgerüstet. Zunächst werden Professoren und technisches Personal umgeschult. 2009 will die Universität dann auf breiter Front das Open-Source-Betriebssystem GNP/Linux installieren.

»Das Vorhaben ist langfristig angelegt«, erklärte Yudivin Almeida, Professorin für Mathematik und Computerwissenschaft an der Universität der kubanischen Hauptstadt. »Man will Konflikte vermeiden, die Umstellung von Microsoft auf Linux keinesfalls abrupt vornehmen.«

Der heftigste Widerstand gegen die Umstellung kommt von den Computerexperten. Professoren für Computerwissenschaft und PC-Techniker sind an Windows gewöhnt. Sie müssen von Grund auf umlernen. Auch ihre Computerkurse werden sie nicht wie gehabt mit Microsoft Windows bestreiten können, sagt Almeida, die die Arbeitsgruppe für freie Software und Linux-Anwender an der Universität koordiniert. »Wenn Linux auf sämtlichen PCs der Universität läuft, macht es keinen Sinn, noch länger Kenntnisse über andere Betriebssysteme zu vermitteln.«

Die Umstellung vom Microsoft-Browser Internet Explorer auf den kostenlos angebotenen Browser Mozilla Firefox wurde bereits vorgenommen. Jetzt soll das zuständige Universitätspersonal lernen, von der teuren Microsoft-Bürosoftware »Office« auf das konkurrierende System »OpenOffice« umzusteigen, das sich gratis aus dem Internet herunterladen läßt.

Die Universität ist nicht die erste staatliche Einrichtung, an der das frei zugängliche Linux-System installiert wird. Im Mai 2005 hatte die Regierung den Wechsel angekündigt. Eine nationale Arbeitsgruppe empfahl ihn dem Erziehungs-, Justiz-, Innen- und Hochschulministerium sowie den Streitkräften und dem Zoll.

Der staatlichen Informationsbehörde, der Universität für Computerwissenschaften (UCI), dem José-A.-Echeverría-Institut und der Universität von Havanna wurde die technologische Umrüstung ebenfalls nahegelegt. Den Anfang machten die Büros der Zentralverwaltung. Auch bei der Zollbehörde laufen inzwischen alle Computer mit freier Software.

Um dem technologischen Systemwechsel in Kuba auf die Sprünge zu helfen, hat Almeida auf seiner persönlichen Website eine Anordnung des Staatspräsidenten von Ecuador ins Internet gestellt. Rafael Correa weist an, auf den Computern der ecuadorianischen Zentralverwaltung freie Software zu installieren.

Im Juni 2007 hatte die neunte Ibero-Amerikanische Konferenz der für öffentliche Verwaltung und staatliche Reformen zuständigen Minister dem Vorschlag der Ibero-amerikanischen Charta für elektronische Verwaltung zugestimmt, sich um mehr Souveränität und technische Autonomie zu bemühen.

Seinen an Microsoft gewöhnten Kollegen sei der Wechsel zur ihnen weitgehend unbekannten freien Software zu beschwerlich und auch mit dem Hinweis auf größere technologische Autonomie nur schwer schmackhaft zu machen, sagt Almeida. Die Verfechter von Microsoft begründen ihre ablehnende Haltung mit der angeblich schwierigeren Handhabung freier Software.

Der junge Computerwissenschaftler merkt dazu an, daß die allgemeine Verwendung von freier Software Erhebliches zur im kubanischen Bildungsprogramm angestrebten Vergesellschaftung des Wissens beiträgt. Überdies würden die Verweigerer übersehen, welche horrenden Lizenz-Forderungen auf die PC-Nutzer in Kuba zukämen, sobald sich die Beziehungen Washingtons zur sozialistischen Karibikrepublik normalisierten.

Wegen des von den USA seit mehr als vier Jahrzehnten gegenüber Kuba verhängten Handelsembargos laufen die allermeisten der rund 380 000 in Kuba installierten Computer mit Raubkopien des Microsoft-Betriebssystems Windows. Nach Angaben des nationalen Statistikbüros benutzten im vergangenen Jahr 33 Prozent der über sechsjährigen Kubaner einen PC. Die meisten Computer stehen in Postämtern und den Jugend- und Elektronikklubs der Jungen Kommunistischen Liga, die landesweit den Umgang mit den neuen Technologien vermittelt. Über einen eigenen Computer verfügen in Kuba nur etwa 5,2 Prozent der Haushalte.

Den Artikel finden Sie unter: http://www.jungewelt.de/2008/07-10/013.php

(c) Junge Welt 2008

http://www.jungewelt.de

US Geldboten des Terrorismus

Am 20 Mai 1902 wurde die Republik Kuba ausgerufen und damit die 400 Jahre spanische Kolonialherrschaft beendet. Doch dieser Gedenktag wurde nach dem Sieg der Revolution 1959 aus der Feiertagsliste entfernt – warum? Es war nicht nur die Geburtsstunde der Unabhängigkeit von Spanien sondern gleichzeitig der Grundstein für die politische und wirtschaftliche Abhängigkeit von den USA.

Und das nicht nur so allgemein: Die US Regierungen erzwangen jeweils Zusätze in die Kubanischen Verfassungen, die den USA Interventionsrechte einräumte, sollten deren Interessen in Kuba gefährdet sein. Die junge kubanische Revolution sieht daher im 20. Mai 1902 vielmehr den Übergang in eine neue, diesmal US Amerikanische, Abhängigkeit. Die wirkliche Unabhängigkeit wurde erst mit der Revolution 1959 erreicht.

Anders sehen das viele ExilkubanerInnen in Miami: hier wird der 2o. Mai gefeiert, regelmäßig auch mit Beteiligung hoher und höchster US Politiker, bis hin zum Präsidenten. Am 20. Mai 2004 präsentierte hier George W Bush den „Plan Bush“: die offene, unverblümte US Unterstützung für die Konterrevolution in Kuba. Über den so genannten „friedlichen Umbruch“ fordert die US Regierung seither auch von den europäischen Verbündeten härtere Vorgangsweisen gegen Kuba, was die EU auch größtenteils brav exekutierte. Haupttreiber in der EU war der damalige konservative spanische Ministerpräsident Aznar, der schließlich auch die Sanktionen der EU gegen Kuba durchsetzen konnte – zur Schande der demokratischen und sozialdemokratischen Abgeordneten und Regierungen, die größtenteils brav mit gestimmt hatten. Als späte Gerechtigkeit ist der heutige spanische sozialdemokratische Ministerpräsident Zapatero der Motor für die Aufhebung dieser Sanktionen. Bush hingegen trommelt weiter für den Umsturz in Kuba, mittlerweile wieder mit allen Mitteln: Millionen US Dollar werden aufgewendet, um „Dissidenten“ in Kuba dafür zu bezahlen, daß sie von angeblichen Menschenrechtsverletzungen und anderen Übergriffen der kubanischen Regierung auf die Bevölkerung berichten. Dies läßt sich die US Regierung zwischen 300 und 1.500 Dollar pro Monat und pro „Dissident“ kosten. So etwa die „Damen in Weiss“: Jüngst berichteten sie der Weltöffentlichkeit, sie seien auf dem Platz der Revolution von der Polizei mißhandelt und mit Lkws deportiert worden. Das kubanische Fernsehen zeigte die Bilder: die Damen wurden von der Polizei in einen Personenbus eskortiert, der sie in ihre Wohnungen zurückbrachte. Koordiniert wird die Auszahlung der Gelder von der US Interessensvertretung in Havanna (SINA). Das kubanische Fernsehen zeigte Berichte von und Interviews mit „Dissidenten“, Briefe, Emails u.a., die diese Direktzahlungen bestätigten. Wahre Subventionsansuchen zur politischen Propaganda in Kuba durch diese bezahlten Dissidenten arbeitet das SINA ab und zahlt auch fleißig aus. Doch dabei will es der republikanische Präsidentschaftskanditat, McCain, nicht belassen: er werde nicht mit den Händen im Schoß darauf warten, daß Kuba kapituliere, sagte er vor wenigen Wochen, Wer denkt da nicht an die neue vierte US Flotte für Lateinamerika und Karibik, die derzeit teuer aufgerüstet wird?
Einer von vielen Empfängern der US Dollars zur Unterstützung regierungsfeindlicher Aktivitäten in Kuba ist die Fundación Rescate Jurídico, deren Chef Santiago Alvarez Fernández führend an Terroranschläge gegen Kuba beteiligt war.
Die Millionenschwere Dollarunterstützung der US Regierung für Dissidenten und Terroristen veranlaßte den kubanischen Außenminister, Felipe Pérez Roque die USA aufzufordern sich dazu zu äußern, das ihre Diplomaten als „Geldboten des antikubanischen Terrorismus in Miami“ auftreten.

Geheimauftrag in Kuba

Von Harald Neuber: Junge Welt vom 16.06.2008
Auch in Zukunft von der EU gesponsert: Kubas »Damen in Weiß«. Oppositionsmarsch am 18. März 2007 in Havanna


Foto: AP
Die Außenminister der Europäischen Union sprechen sich in Luxemburg für ein Ende der Sanktionen gegen Kuba aus. Das geht aus dem Entwurf einer Erklärung hervor, die wenige Tage später vom Europäischen Rat offiziell verabschiedet werden soll. Damit gehen die 27 EU-Staaten auf die zentrale Forderung ein, die Havanna vor der Wiederaufnahme von politischen Gesprächen an Brüssel gestellt hatte. Doch nach dem Ratstreffen in der Brüsseler Rue de la Loi wird der Öffentlichkeit nur ein Teil der neuen Kuba-Politik präsentiert werden: In einem geheimen Zusatz will der Europäische Rat die Mitgliedstaaten dazu verpflichten, »Kontakte mit der friedlichen Opposition aufrechtzuerhalten«. Wenn möglich, sollen bei »hochrangigen Besuchen« in Kuba Treffen mit Regierungsgegnern stattfinden, heißt es in dem vertraulichen Anhang des Dokuments, das am vergangenen Donnerstag vom Politischen und Sicherheitspolitischen Komitee des Europäischen Rates vorgelegt wurde.

Der Passus läßt die Annäherungspolitik Brüssels an Kuba in einem neuen Licht erscheinen. Ursprünglich hatte die amtierende slowenische Ratspräsidentschaft von der Sanktionspolitik Abstand genommen. Die Strafmaßnahmen waren 2003 auf Initiative der damaligen rechten Regierung Spa­niens unter Ministerpräsident José Maria Aznar durchgesetzt worden. Die EU hatte damit auf die Festnahme von rund 70 Regierungsgegnern in Kuba reagiert. Sie waren wegen Zusammenarbeit mit den USA verurteilt worden, die seit Anfang der 1960er Jahre einen Sturz der sozialistischen Regierung Kubas anstreben. Mit den Sanktionsmaßnahmen schwenkte Brüssel 2003 auf diesen Kurs ein. Den EU-Botschaften in Havanna wurde unter anderem vorgeschrieben, bei Feierlichkeiten und Empfängen demonstrativ Dissidenten einzuladen. Kuba brach daraufhin die Kontakte ab.

Der geheime Anhang zu den Schlußfolgerungen des Europäischen Rats beweist, daß sich an dieser Politik grundlegend nichts geändert hat. Zwar sollen die Sanktionen ausgesetzt werden. Schon im öffentlichen Teil aber bekräftigt der Rat, »daß die EU allen Bereichen der (kubanischen) Gesellschaft praktische Unterstützung für einen friedlichen Wandel in Kuba anbieten wird«. Im vertraulichen Zusatz wird nicht nur dieser Punkt als Verpflichtung aufgeführt. Zudem heißt es dort: »Der Dialog wird nur fortgeführt, wenn der Rat entscheidet, daß er effektiv war und deswegen fortgeführt werden soll.« Die Effizienz wird daran gemessen, ob ein Systemwechsel befördert werden konnte.

Das EU-Dokument ist auch ein Ergebnis des massiven Drucks aus Wa­shington auf die EU. Nach Angaben des spanischen Journalisten Pascual Serrano hatte die US-Regierung die Führung der EU unlängst in einem Brief aufgefordert, daß der »Förderung einer demokratischen Transi­tion in Kuba (…) Vorrang eingeräumt wird«. Die EU solle nicht vorschnell ihre »restriktiven Maßnahmen« aussetzen, »weil dies der Regierung von Raúl Castro Legitimität verleihen könnte«. Während der vergangenen Debatten in Brüssel hatte sich zwar lediglich die US-nahe tschechische Regierung uneingeschränkt für diese Position stark gemacht. Die geheime Direktive zeigt aber, daß sich Prag und Washington mit der antikubanischen Politik durchsetzen konnten.

Fidel Castro, ewige Zielscheibe des US Imperialismus

(aus: Junge Welt)

Fast ein halbes Jahrhundert lenkte er die Geschicke der Karibikinsel. Am 1. August 2006 trat Fidel Castro wegen einer Erkrankung seine Ämter an seinen Bruder Raúl ab. Contras in Miami und US-Regierung spekulieren auf ein Rollback nach der Ära Castro – doch das rote Kuba widersteht.

Nichts als Fehlschläge
Seit 1959 unternahm die CIA 638 vergebliche Versuche, den kubanischen Präsidenten Fidel Castro zu ermorden. Höchste Mafiakreise wurden in den Komplott einbezogen
Von Rainer Rupp
Das kubanische Staatsoberhaupt unter schwerer Bewachung der US-amerikanischen Polizei: Personenschutz für den Comandante während seines ersten Besuchs der USA im April 1959
Foto: AP
Seit langem weiß die Weltöffentlichkeit, daß die CIA den größeren Teil ihres 60jährigen Bestehens damit verbracht hat, immer neue Pläne zur Ermordung Fidel Castros auszuhecken. Letztes Jahr hatte der britische TV-Sender Channel 4 in dem Dokumentarfilm »638 Arten, Castro umzubringen«, so der Filmtitel, die spektakulärsten CIA-Mordverschwörungen unter die Lupe genommen. Einige davon waren so ausgefallen – explodierende Zigarren, in Muscheln versteckte Bomben, Giftpillen –, daß sie sogar James Bonds Trickkiste in den Schatten stellten. In seinem Begleitbuch zum Channel-4-Dokumentarfilm hat der inzwischen pensionierte kubanische Abwehrchef Fabian Escalante die vielen Attentatsversuche auf das Leben des Comandante en Jefe aufgezählt. Die Zahl mag außergewöhnlich hoch erscheinen, aber die CIA war auch außergewöhnlich versessen darauf, Castro ins Jenseits zu befördern. Wayne Smith, ehemaliger Chef der »US Interests Section« in der Schweizer Botschaft in Havanna, hatte noch letztes Jahr erklärt, daß Kuba auf die USA den Effekt gehabt habe, »den ein Vollmond auf einen Werwolf ausübt«.

Zwei bekannte Historiker der Harvard Universität, Ernest May und Philip Zelikow, wiesen in den 1998 veröffentlichten »Kennedy Tapes« (auf Wunsch des US-Präsidenten gemachte Tonbandaufnahmen von Gesprächen in seinem Büro – R. R.) darauf hin, daß Kuba seit 1898 »faktisch eine Kolonie der Vereinigten Staaten« war, bis Castro am 1. Januar 1959 dort die Macht übernahm. Die kubanische Revolution beendete die US-Kolo­nialherrschaft, und folglich richtete sich die Wut Washingtons gegen den Anführer der Revolution in Havanna. Die beiden Harvard-Historiker belegen, daß innerhalb weniger Monate der damalige Präsident Dwight D. Eisenhower (1953–1960) mit seinen Beratern einen geheimen Beschluß faßte, Kubas revolutionäre Regierung zu stürzen. Von Florida ausgehende Terrorangriffe gegen Kuba begannen im Oktober 1959. Sie wurden von der Regierung John F. Kennedy (1961–1963) fortgeführt und gipfelten schließlich in dem Desaster in der kubanischen Schweinebucht im Jahr 1961.

Haß auf Revolution

Arthur Schlesinger, ein Mitglied des intellektuellen Establishments und eine der wichtigeren Figuren der US-Außenpolitik, war seinerzeit als Chef der Lateinamerika-Mission der neuen Kennedy-Administration bei der Planung der Schweinebuchtinvasion dabeigewesen. Besonders aufschlußreich ist sein am 26. Februar 1997 in der New York Times veröffentlichter Brief an seinen Freund und ehemaligen stellvertretenden Wirtschaftsminister unter US-Präsidenten Wil­liam Clinton (1993–2001), Stuart Eizenstat. Dieser hatte kurz zuvor in derselben Zeitung das Jahrzehnte alte Recht der USA, in Kuba einzugreifen, verteidigt. Schlesinger erinnerte in seinem Brief daran, daß es das Ziel der Kennedy-Administration gewesen sei, »Castros Unruhestiftung in der Hemisphäre und seiner Anbindung an die Sowjet­union« ein Ende zu bereiten. Schließlich erklärte er, was er genau unter Kubas »Unruhestiftung in der Hemisphäre« versteht: »Die Ausbreitung von Castros Idee, die Dinge in die eigene Hand zu nehmen«, sei das eigentliche Problem.

Bereits als Sonderberater von Präsident Kennedy hatte Schlesinger in einem inzwischen zur Veröffentlichung freigegebenen Geheimbericht gewarnt, daß in ganz Lateinamerika »die Verteilung von Grund und Boden und anderen Formen des nationalen Reichtums sehr zugunsten der begüterten Klassen ausfällt, aber die Armen und Unterprivilegierten vom Beispiel der kubanischen Revolution angetrieben werden und jetzt die Möglichkeiten einfordern, ein auskömmliches Leben zu führen«. Bezüglich der »Anbindung an die Sowjetunion« schrieb Schlesinger, daß diese sich erfolgreich »als Modell für eine Modernisierung der Gesellschaft während einer einzigen Generation präsentiert«. Sowjetunion und Kuba, das war eine gefährliche Mischung, die letztlich die US-Dominanz und die weitere Ausbeutung der ganzen Region in Frage stellte. Deshalb war sich jede US-Regierung seit Eisenhower einig, daß das Feuer der kubanischen Revolution, durch das die Unterdrückten und Geknechteten in Lateinamerika ermutigt wurden aufzubegehren, mit allen Mitteln ausgelöscht werden mußte. Diese Ermutigung der lateinamerikanischen Massen zur Selbstbefreiung war und ist das eigentliche »Verbrechen« der kubanischen Revolution, die folgerichtig den ganzen Haß Washingtons auf sich gezogen hat.

Auf jede erdenkliche Weise versuchte die CIA, den Anführer der kubanischen Revolution umzubringen. Dazu wollte man sich auch Castros Leidenschaft für das Tauchen vor Kubas Küsten zunutze machen. Die CIA investierte viel Zeit in die Präparation einer großvolumigen karibischen Muschel. Der Plan war, sie mit einer tödlichen Menge Sprengstoff zu versehen, der zur rechten Zeit explodieren würde. Um unter Wasser Castros Aufmerksamkeit auf die »richtige« Muschel zu lenken, sollte sie mit besonders lebhaften Farben bemalt werden. Dokumente, die im Rahmen des »Gesetzes für Informationsfreiheit« herausgegeben wurden, beweisen im nachhinein, daß es diesen Plan tatsächlich gab.

Castros Sicherheitsteam auf der Hut

Unzählige Vorhaben konnten aufgrund ihrer vielen technischen und anderen Schwierigkeiten nicht umgesetzt werden. Das gilt auch für das Vorhaben, Castros Taucheranzug mit einem Pilz zu präparieren, der eine chronische und entstellende Hautkrankheit verursacht. Andere Versuche – wie etwa der, ihn mit Giftpillen im Tee oder Kaffee, dargereicht von Frauen aus Castros unmittelbarer Umgebung, ins Jenseits zu befördern – scheiterten ebenso wie der Plan, ihn mit einem bakteriologischen Gift, auf sein Taschentuch geträufelt, um die Ecke zu bringen. Kubas Revolutionsführer war nicht umzubringen, auch nicht mit einer 90-Kilo-Bombe, mit der er anläßlich seines Besuchs in Panama im Jahr 2000 in die Luft gejagt werden sollte. Sein persönliches Sicherheitsteam führte im Vorfeld Untersuchungen durch und fand die Bombe unter dem Rednerpodium. Vier Verschwörer, einschließlich des berüchtigten Luis Posada Carriles, wurden im Anschluß in Panama von einem Gericht zu hohen Haftstrafen verurteilt, ins Gefängnis geworfen – und nach kurzer Zeit begnadigt. Der Terrorist Posada wird bis heute von Venezuela und Kuba als Hauptverdächtiger für jenes Bombenattentat gesucht, bei dem eine kubanische Verkehrsmaschine 1976 mit über 70 Passagieren explodierte. Posada genießt bis heute als »unbescholtener« Bürger in Miami den Schutz der Bush-Administration.

Die meisten Mordversuche gegen Castro waren weitaus weniger kompliziert, wie die mit Botulin vergifteten oder die mit Sprengstoff gefüllten Zigarren, mit denen die CIA nach seinem Leben trachtete. Oft waren es mafiose Methoden: Schüsse auf der Straße aus nächster Nähe oder durch einen Scharfschützen von einem Dach aus. Aber die Schützen waren ebenso erfolglos wie die Giftmischer und Bombenleger. Sie alle scheiterten an Castros Sicherheitsdienst, bei dessen Ausbildung auch die DDR geholfen hatte. Um dennoch an den kubanischen Revolutionsführer heranzukommen, verbündeten sich die CIA-Regierungsterroristen wie so oft in ihrer Geschichte mit dem privat organisierten Verbrechen. Die Mafia, die in den vierziger und fünfziger Jahren in Havanna die florierenden Hotels mit Spielkasinos kontrolliert hatte, haßte Castro genauso wie die US-Regierungen.

Auf dieser Basis entstand der Plan, Castro mit Hilfe des Mafiapaten Johnny Roselli das Lebenslicht auszublasen. Der Plan war 1960 von CIA-Direktor Allen Dulles abgesegnet worden, und sein Abteilungsleiter für verdeckte Operationen, Richard Bissell, machte sich daran, geeignete Leute für die – wie er damals schrieb – »hochsensible Mission, die eine gangsterartige Operation verlangt«, zu finden.

Daß viele der CIA-Mordkomplotte heute bekannt sind, ist dem Church Committee des US-Senats zu verdanken. 1973, im Anschluß an den Watergate-Skandal, hatte der damalige CIA-Direktor James Schlesinger eine interne Bestandsaufnahme über die illegalen und deshalb verschwiegenen Aktivitäten der Agency in Auftrag gegeben. Das Church Committee legte 1975 die Machenschaften der CIA auf Zehntausenden Seiten offen, wobei vieles darin jedoch zensiert war. Aus dieser Zusammenstellung wurden aber die »family jewels« (Familienjuwelen) herausgenommen und im CIA-Giftschrank weggeschlossen. Im Juli dieses Jahres sind sie im Rahmen des »Gesetzes für Informationsfreiheit« zur Veröffentlichung gekommen – wenn auch über weite Stellen geschwärzt und damit zensiert. In ihnen wird auch über die Zusammenarbeit der CIA mit dem Mafiapaten Johnny Roselli zwecks Eliminierung Castros berichtet. Die wichtigsten Passagen aus den CIA-Dokumente zu diesen Fall sind im folgenden übersetzt. Das Original ist zu finden unter: http://www.gwu.edu/~nsarchiv/NSAEBB/NSAEBB222/family_jewels_full_ocr.pdf
CIA und Mafia planen Mord
Wachsame Revolution: Nach dem Überfall auf Kuba im Jahr 1961 wer
Wachsame Revolution: Nach dem Überfall auf Kuba im Jahr 1961 werden US-Legionäre von Castros Brigaden gefangengenommen
Foto: jW-Archiv
Dokumentiert. Passagen aus den gerade veröffentlichten CIA-Geheimakten

1. Im August 1960 wollte Richard M. Bissell von Oberst Sheffield Edwards wissen, ob das Sicherheitsbüro Leute habe, die bei einer extrem heiklen Mission, die kriminelle Aktivitäten verlangen würde, mitmachen könnten. Das Ziel der Mission war der Tod Fidel Castros.

2. Wegen der extremen Gefährlichkeit der Angelegenheit wurde nur eine kleine Gruppe von CIA-Mitarbeitern in das Projekt eingeweiht. Der DCI (Director Counter Intelligence, Direktor der Gegenspionage – R. R.) wurde unterrichtet und gab seine Zustimmung zur Mission. Oberst J. C. King, Chef der WH-Abteilung1, wurde ebenfalls unterrichtet, aber von den Mitarbeitern der ­JMWAVE (CIA-Station in Miami zur Beobachtung Kubas – R. R.) wurden alle Details absichtlich verborgen. Bestimmtes Personal des TSD (des technischen Dienstes der CIA – R. R.) und der Nachrichtenabteilung nahm in den ersten Planungsphasen teil, aber sie hatten keine Ahnung vom Ziel der Mission.

3. Robert A. Maheu, eine vom Sicherheitsbüro der CIA überprüfte Person, wurde kontaktiert, über das Projekt allgemein in Kenntnis gesetzt und gebeten herauszufinden, ob er einen Zugang zum Gangstermilieu verschaffen könne.

4. Mr. Maheu gab an, er habe einen gewissen Johnny Roselli bei verschiedenen Gelegenheiten während seiner Reisen nach Las Vegas getroffen. Er kenne ihn nur beiläufig über Kunden, aber man habe ihm zu verstehen gegeben, daß er ein hochrangiges Mitglied jenes »Syndikats« sei, das alle Speiseeismaschinen auf dem Strip (Vergnügungsmeile in Las Vegas – R. R.) kontrolliere. Maheu legte dar, daß Roselli, wenn er tatsächlich ein Mitglied der Mafia sei, dann auch zweifellos Kontakte in die Kreise der kubanischen Spielhöllenbetreiber habe.

5. Maheu wurde beauftragt, sich Roselli zu nähern. Dieser kannte Maheu als einen »Personal relations manager« für in- und ausländische Kunden. Maheu sollte ihm berichten, daß er kürzlich einen neuen Kunden bekommen habe, der mehrere internationale Unternehmen vertrete, die wegen Castros Aktionen schwere finanzielle Verluste in Kuba erlitten. Die Unternehmen seien überzeugt, daß die Beseitigung Castros die Antwort auf ihre Probleme sei, und sie seien bereit, 150000 Dollar für die erfolgreiche Erledigung des Auftrags zu zahlen. Roselli mußte dabei klargemacht werden, daß die Regierung der Vereinigten Staaten nichts damit zu tun habe und auch nichts davon erfahren dürfe.

6. Diese Offerte wurde Roselli am 14. September 1960 im Hilton Plaza Hotel in New York gemacht. James O’Connell vom Sicherheitsbüro war bei dem Treffen dabei. Er wurde Roselli als Angestellter von Maheu vorgestellt. O’Connell diente Rosseli bis Mai 1962 als direkter Kontakt. Danach wurde er wegen eines Auslandsauftrages abgezogen. Roselli wollte zunächst nichts davon wissen, aber dank Maheus Überzeugungskraft stimmte er dann zu, ihm einen Freund, Sam Gold, vorzustellen, der »die Kubaner« kenne. Roselli machte deutlich, daß er für seinen Teil kein Geld verlange, und er glaube, daß das bei Sam genauso sei. Keiner von beiden hat je Gelder der Agency erhalten.

7. Sam wurde Maheu in der letzten Septemberwoche im Fontainebleau Hotel in Miami Beach vorgestellt. Joe (ebenfalls ein Mafiosi – R.R.) gab sich Sam gegenüber als ein Kurier für die Strecke Havanna und Miami aus. Einige Wochen nach diesem Treffen sah Maheu ein Foto von beiden in der Sonntagsbeilage des Parade Magazine. Dort wurden sie dem Lesepublikum mit ihren wirklichen Namen Momo Salvator Giancana und Santos Trafficant vorgestellt. Beide standen auf der Liste der meistgesuchten Verbrecher des Bundesjustizministers. Sam wurde als eine Größe aus der Chicagoer Cosa Nostra und als Nachfolger von Al Capone beschrieben und Joe als der Cosa-Nostra-Boß für die Geschäfte auf Kuba. Nachdem Maheu diese Informationen überprüft hatte, rief er sofort dieses Büro (der CIA, das 1972 im Auftrag von A. Schlesinger diesen Bericht verfaßt hat – R. R.) an.

8. Während der Diskussion über die möglichen Methoden zur Erfüllung der Mission schlug Sam vor, auf den Gebrauch von Schußwaffen zu verzichten, denn wenn er eine tödliche Pille bekommen könnte, die man Castros Essen oder Getränken beimischen würde, wäre das eine viel effektivere Operation. Sam deutete an, daß er einen vielversprechenden Kandidaten für das Attentat kenne: Juan Orta, ein kubanischer Beamter, der noch Zugang zu Castro habe, der von der Spielindustrie Schmiergelder erhalten habe und derzeit in einer finanziellen Klemme stecke.

9. Der TSD wurde aufgefordert, sechs Pillen mit einem tödlichen Inhalt herzustellen. (Die Pillen sollten ihr Opfer erst am dritten Tag nach Verabreichung töten. Bis dahin hätte Castros Körper alle Spuren des Giftes ausgeschieden und bei einer Obduktion wäre ein natürlicher, wenn auch unerklärlicher Tod festgestellt worden – R. R.)

10. Joe übergab Orta die Pillen. Nach mehrwöchigen Versuchen bekam Orta anscheinend kalte Füße und bat darum auszusteigen. Er schlug einen anderen Kandidaten vor, der ebenfalls mehrere erfolglose Versuche unternahm.

11. Dann deutete Joe an, daß Dr. Anthony Verona, einer der wichtigsten Offiziere in der kubanischen Exiljunta, mit der Entwicklung der Junta unzufrieden und deshalb willens sei, die Mission mit seinen eigenen Mitteln zu Ende zu bringen.

12. Als Vorbedingung für den Deal verlangte er 10000 Dollar für organisatorische Ausgaben und 1000 Dollar für Kommunikationsgeräte.

13. Dr. Veronas Potential wurde nie voll ausgeschöpft, da das Projekt kurz nach der Schweinebucht-Episode abgebrochen wurde. Verona wurde davon in Kenntnis gesetzt, daß das Angebot nicht mehr gelte, und die Pillen wurden zurückgegeben.

14. Von großem Interesse ist ein Vorfall im Zusammenhang einer Bitte von Sam an Maheu: Als die Verhandlungen über das Attentat auf Castro ihren Höhepunkt erreichten, gab Sam seinen Sorgen über seine Freundin Phyllis McGuire Ausdruck. Von ihr hatte er erfahren, daß ein gewisser Dan Rowan ihr viel zuviel Aufmerksamkeit während eines Besuchs eines Nachtklubs von Las Vegas geschenkt hatte. Sam bat Maheu, eine Wanze in Rowans Zimmer anbringen zu lassen, damit festgestellt werden könnte, wie die beiden zueinander stünden. Der Techniker, der die Wanze anbringen sollte, wurde jedoch bei seiner Arbeit ertappt, festgenommen und zum Verhör ins Büro des Sheriffs gebracht. Er rief Maheu an und informierte ihn, daß er von der Polizei festgehalten werde. Diesen Anruf machte er im Beisein von Polizeibeamten. Das Resultat war, daß das Justizministerium drohte, Maheu gemeinsam mit dem Techniker anzuklagen. Am 7. Februar 1962 unterrichtete der Sicherheitsdirektor der CIA Justizminister Robert Kennedy über die Hintergründe, die dazu geführt hatten, daß Maheu in die Abhörgeschichte verwickelt worden war. Auf unsere Bitte hin wurde die Anklage fallengelassen.

15. Im Mai 1962 übernahm William Harvey das Projekt. Diesem Büro (die den vorliegenden Bericht verfassende CIA-Stelle – R. R.) ist nicht bekannt, ob Roselli von jenem Zeitpunkt an noch operationell verwendet wurde.

16. Vom FBI wurde in Erfahrung gebracht, daß Roselli wegen sechs Vergehen, einschließlich der illegalen Einreise in die Vereinigten Staaten, verurteilt worden war. Aus unseren Akten geht das Datum des Urteils nicht hervor, aber es wird angenommen, daß es irgendwann im November 1967 war. (Die Verhaftung Rosellis war Teil einer großangelegten Operation des Justizministeriums gegen das organisierte Verbrechen. Um etwas gegen Roselli in die Hand zu bekommen, ging man bis in seine Kindheit zurück und stellte fest, daß er mit seinen Eltern unter falschem Namen eingereist und somit immer noch ein Illegaler war. – R. R.)

17. Am 2. Dezember 1968 wurde Roselli gemeinsam mit vier anderen angeklagt wegen einer Verschwörung, Mitglieder des Friars Club mit einem gezinkten Kartenspiel um 400 000 Dollar zu betrügen.

18. Mr. Harvey berichtete dem Sicherheitsbüro über seine Kontakte zu Roselli zwischen November und Dezember 1967 bis Januar 1968. Er ging davon aus, daß Johnny Roselli die Agency bei seinem Ausweisungsverfahren nicht um Hilfe angehen werde, solange ihm nicht tatsächlich die Deportation drohe. Roselli zeigte sich zuversichtlich, daß er die Berufung gewinnen werde.

19. Am 17. November 1970 informierte Maheu James O’Connell, Rosellis erste Kontaktperson, darüber, daß Maheus Anwalt, Ed Morgan, einen Anruf von Rosellis Anwalt, Thomas Waddin, erhalten habe, wonach alle Möglichkeiten der Berufung erschöpft seien und seinem Mandaten nun die Deportation bevorstehe. Waddin deutete an, daß er, wenn niemand zugunsten Rosellis intervenieren würde, ein komplettes Exposé über seine Aktivitäten für die Agency anfertigen werde.

20. Am 18. November 1970 wurde Mr. Helms (der damalige CIA-Chef – R. R.) über die jüngsten Entwicklungen in dem Fall unterrichtet. Es wurde entschieden, daß die Agency nichts unternehmen werde, um Roselli zu helfen. Die Entscheidung der Agency wurde Maheu übermittelt, und er stimmte unserer Position voll zu. Darüber hinaus erklärte er, daß er sich um eine mögliche Publicity keine Sorge mache, falls Roselli sich entschließen sollte, alles zu erzählen.

21. Daraufhin gelang es Roselli oder einem seiner Helfer, Jack Anderson (ein Journalist – R. R.) mit Details der Operation zu versorgen. Beigefügt sind zwei Artikel von Anderson zu diesem Thema. (Unter den Titeln: »CIA für sechs Mordanschläge gegen Castro verantwortlich« und »Castro-Stalker arbeitete für die CIA« enthüllte Anderson in der Washington Post Anfang 1971 weitgehend die Hintergründe der Verschwörung – R. R.)

22. Der zuletzt bekannte Aufenthaltsort von Roselli war das Bundesgefängnis in Seattle, Wa­shington. (Ende)